Warum eigentlich
eine Berufsunfähigkeitsversicherung ?!?
In den meisten deutschen Haushalten
finden sich eine Menge an Rechtsschutzversicherungen, Unfallversicherungen
oder auch private Zusatzkrankenversicherungen mit Chefarztbehandlung
und Einzelzimmer. Doch die wirklich wichtigen existentiellen Risiken
werden nicht abgesichert.
Oft einfach aus Unwissenheit, weil
noch kein Berater von der Versicherung oder der Bank sie als Kunden
darauf hingewiesen hat. Es hat Ihnen noch niemand gesagt, dass
bei dem Verlust Ihrer Arbeitskraft, sei es durch Unfall oder Krankheit,
niemand mehr für Ihren Unterhalt aufkommt. Keiner bezahlt
Ihre Versicherungen weiter, niemand kommt für Ihre Miete
auf oder bezahlt Ihre Raten fürs Haus. Ihr ganzes Leben ist
darauf ausgerichtet, daß sie ein Gehalt beziehen oder als
Selbständiger Gewinn machen. Können Sie dieser Tätigkeit
nicht mehr nachgehen, weil Sie krank geworden sind, vielleicht
einen Bandscheibenvorfall haben oder Krebs bekommen, haben Sie
ein großes finanzielles Problem. Krankengeld wird nur eine
gewisse Zeit bezahlt, doch was ist danach? Der Gang zum Sozialamt
ist unausweichlich, außer Sie haben für diesen Fall
vorgesorgt.
Wer braucht eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung
überhaupt?
Nach der privaten Haftpflichtversicherung
ist die so genannte Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste
für alle Menschen, die im Berufsleben stehen. Doch auch für
Hausfrauen und Studenten ist eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung
zu empfehlen. Je früher Sie eine Berufsunfähigkeitsabsicherung
abschließen, desto günstiger ist sie. Außerdem
ist Wahrscheinlichkeit, dass Sie vielleicht schon krank sind,
wesentlich geringer als in höherem Alter. Denn die Versicherungen
nehmen nur gesunde Menschen. Wenn sie also mit einer Berufsunfähigkeitsabsicherung
so lange warten bis Sie bereits einen Bandscheibenvorfall oder
ähnliches haben, besteht für Sie keine Möglichkeit
mehr, eine solche Absicherung überhaupt zu erlangen. Handeln
Sie rechtzeitig!
Wieviel sollten Sie absichern und
wie lange?
Sie sollten mindestens 75% Ihres
jetzigen Nettoeinkommens über eine BU absichern. Die Leistungen
des Staates in einem solchen Fall reichen nicht mehr aus. Eine
BU Absicherung durch den Staat ist im Rahmen der Rentenreform
2001 komplett weggefallen. Sie wurde ersetzt durch die Erwerbsminderungsrente.
Hier ist es völlig uninteressant welchen Beruf Sie ausübten.
Es wird nur noch darauf geachtet, wie viele Stunden Sie überhaupt
noch arbeiten können, egal in welchem Job. Ob Sie einen solchen
Job z.B. als Pförtner tatsächlich haben, spielt ebenfalls
keine Rolle. Wichtig ist nur, dass sie rein theoretisch als Pförtner
arbeiten könnten. Und damit bekommen Sie vom Staat keinen
Cent für Ihre Berufunfähigkeit.
Eine private Berufsunfähigkeitsabsicherung
sollten Sie mindestens bis zum 60. Lebensjahr abschließen.
Besser wäre eine Absicherung bis zum 65. Lebensjahr, weil
anschließend die Rentenzahlung beginnt.
Wann bekommen Sie eine Rente aus
der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung
bekommen Sie, sobald ein Arzt Ihnen bestätigt, dass Sie voraussichtlich
für mindestes sechs Monate zu 50% berufsunfähig sind.
Sie bekommen dann die volle Summe pro Monat ausbezahlt, die Sie
abgeschlossen haben. Dies erfolgt so lange bis Sie entweder wider
in Ihrem Job arbeiten können oder bis zum Ende der Vertragslaufzeit.
Eine Berufsunfähigkeit kann also auch nur vorübergehend
bestehen, wenn Sie z.B. einen Unfall hatten und längere Zeit
aufgrund von Reha usw. ausfallen. Bereits in einem solchen Fall
zahlt die BU Versicherung anstandslos.
Was müssen Sie bei der Beantragung
einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten?
Voraussetzung hierfür ist
selbstverständlich eine korrekte Beantwortung der Gesundheitsfragen
im Antrag. Wenn Sie hier schummeln und etwas verschweigen, kann
dies dazu führen, dass im Leistungsfall Ihr Versicherungsschutz
erlischt. Es lohnt sich also nicht. Falls Sie schon irgendwelche
Krankheiten haben und aufgrund dieser von der Versicherungsgesellschaft
abgelehnt werden, können Sie immer noch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung
abschließen. Hier sind die Annahmerichtlinien nicht ganz
so streng, weil bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung
„nur“ das Risiko der kompletten Arbeitsunfähigkeit
abgedeckt wird. Weitere Alternativen wären eine Grundfähigkeitsversicherung
oder eine Dread Desease Police. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Wenn Sie sich jetzt dazu entschlossen
haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen,
sollten Sie noch wissen: Berufsunfähigkeitsversicherung ist
nicht gleich Berufsunfähigkeitsversicherung.
Auf folgende Inhalte im Versicherungsvertrag
sollten Sie achten:
Der Versicherer sollte auf die
abstrakte Verweisung verzichten. Ansonsten kann er Sie im Falle
der Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf verweisen,
der Ihrer bisherigen Stellung, Ihrer Ausbildung und Erfahrung
entspricht. Diese Verweisung ist möglich ohne, dass Sie überhaupt
einen solchen Beruf ausüben, bzw. überhaupt gar keine
Möglichkeit dazu besteht.
- Die BU sollte bereits anerkannt werden, wenn
ein Mediziner diese für voraussichtlich mindestens 6 Monate
prognostiziert.
- Der Versicherer sollte die dann fällige
BU Rente rückwirkend ab Beginn der BU auszahlen.
- Auch bei verspäteter Meldung einer BU sollte
der Versicherer bis zu drei Jahre rückwirkend zahlen.
- Im Falle der falschen Beantwortung der Gesundheitsfragen,
sollte der Versicherer maximal 5 Jahre nach Vertragsschluß
von dem Vertrag zurücktreten können.
- Außerdem sollte es für Sie möglich
sein, eine Dynamik zu vereinbaren, sowie bei bestimmten Ereignissen
(Heirat Geburt eines Kindes) eine Erhöhung der Versicherungsleistung
ohne erneute Gesundheitsprüfung.
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