Riester - das neue Altersvorsorgeschlagwort
Jeder spricht von der Riesterförderung,
doch keiner weiß so genau, ob er es auch braucht, was
für einen selbst Sinn macht oder ob es vielleicht Alternativen
gibt.
Mit der Rentenreform wurde eine Kürzung der gesetzlichen
Renten beschlossen, da der Generationenvertrag in seiner bisherigen
Form nicht mehr erhalten werden kann. Um diese zusätzliche
Versorgungslücke zu schließen wurde beschlossen,
dass alle rentenversicherungspflichtigen Selbständigen
und Arbeitnehmer einschließlich der Arbeitnehmer des öffentlichen
Dienstes sowie Beamte und in der landwirtschaftlichen Alterskasse
pflichtversicherte Landwirte eine freiwillige Zusatzrente mit
staatlicher Förderung (Riesterrente) abschließen
können. Gleiches gilt für die nicht pflichtversicherten
Ehepartner der Begünstigten, wenn der Begünstigte
seinen Mindesteigenbeitrag zahlt.
Der Staat beteiligt sich durch Zulagen und gegebenenfalls durch
zusätzliche Steuerersparnisse.
Was wird gefördert?
Es gibt verschiedene Produktvarianten, die vom
Staat gefördert werden. Dies können Banksparpläne,
Versicherungsverträge oder Investmentsparpläne sein.
Diese Produkte müssen bestimmte Kriterien erfüllen,
die der Gesetzgeber festgelegt hat. Dann erhalten die Produkte
ein Zertifikat von der Zertifizierungsbehörde. Diese Zertifizierung
sagt jedoch nichts über die Qualität und somit über
die Effektivität eines Produktes aus. Durch die Zertifizierung
wird lediglich gewährleistet, dass die Leistung erst nach
dem 60. Lebensjahr fällig wird, die Auszahlungen nur als
lebenslange Rentenzahlung erfolgt und mindestens die eingezahlten
Beiträge zur Auszahlung bereit stehen.
Wie sieht die Förderung eigentlich aus?
Jeder Förderberechtigte kann derzeit jährlich
bis zu 1 % seines Vorjahres - Bruttogehaltes (ab dem Jahr 2004
2 %; ab 2006 3 %; ab 2008 4 %) investieren und erhält dafür
eine staatliche Zulage, welche in der Höhe auch von der
Anzahl der Kinder abhängt.
| Im Jahr… |
Grundzulage in Euro |
Kinderzulage in Euro |
| 2002/2003 |
38 |
46 |
| 2004/2005 |
76 |
92 |
| 2006/2007 |
114 |
138 |
| ab 2008 |
154 |
185 |
Statt der Zulage kann der Gesamtbeitrag auch
als Sonderausgabe geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft
am Ende des Jahres die günstigere Möglichkeit.
Die Riester-Förderung ist vor allem für Geringverdiener
und Familien mit vielen kleinen Kindern interessant.
In vielen Fällen kann es sinnvoller sein, auf die Förderung
zu verzichten und die private Altersvorsorge über eine
eigene (ungeförderte) Geldanlage zu betreiben.